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Oben links: Du bist D...
Dieses Jahr kommt es wirklich dicke. Wir erinnern uns noch, dass wir alle seit April ungefragt Papst sind. Jetzt sind wir - muss das sein? - Deutschland. Dieses tragikomische Land, das sich bei der Bundestagswahl mal wieder nicht so richtig zwischen Raubtierkapitalismus und sozialer Hängematte entscheiden konnte. Und dessen höchste Repräsentanten allesamt Verlierer sind und sich trotzdem weiterhin für Gewinner halten. "Du bist Deutschland" - so heißt die Kampagne, für die 25 Medienunternehmen jetzt aus eigenem Antrieb mehr als 30 Millionen Euro durch den Schornstein jagen, um "eine neue Aufbruchstimmung in Deutschland" zu erreichen. Dafür sprechen seit Montag in Fernsehspots die Besten zu uns: Günther Jauch, Anne Will, Marcel Reich-Ranicki und ... ja, auch noch einmal Katarina Witt und trotz allem Oliver Pocher ("Lass dich nicht verarschen"). Wie gut muss es einem Land gehen, in dem noch 30 Millionen Euro für ein Volk übrig sind, das allergisch auf (verordneten) Optimismus reagiert? Wen kümmert Hartzvier? - Deutschland sind wir! Man muss nur dran glauben. (lv)
(erschienen in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung am 29. September 2005)
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