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Oben links: Servus, Karl
Karl Moik darf bald nicht mehr den Musikantenstadl moderieren. Das ist erschütternd, besonders für ihn. Schon wettert er, dass auch bei der ARD der Jugendwahn Einzug gehalten habe. In Kürze wird er der Selbsthilfegruppe von Max Schautzer für verstoßene Fernsehgreise beitreten. Aber hat Karl nicht wenigstens ein bisschen selbst Schuld? Unvergessen seine Attacke gegen unsere italienischen Freunde, die sich gerade davon erholt hatten, dass der Kanzler bei ihnen nicht Urlaub machen wollte. "Spaghettifresser" hat der Karl sie genannt. So jemandem ist auch zuzutrauen, dass er in Gegenwart von Patrick Lindner Schwulenwitze erzählt. Und hatte nicht vielleicht Stefan Raab Recht, als er erst in seiner eigenen Show und dann im Stadl vor schunkelnden Rentnern sang: "Der Karl, der Karl, der Moik Moik Moik, der kifft das schärfste Zeug Zeug Zeug"? Nun soll möglicherweise Promille-Trompeter Stefan Mross in Karls Fußstapfen treten. Hätte man da nicht wenigstens ein öffentliches Casting machen müssen? Deutschland sucht den Supermoik? Warum bekommt nicht Harald Schmidt die Show? Der steht erstens ohnehin auf der ARD-Gehaltsliste und hat zweitens damals auch "Verstehen Sie Spaß?" kompetent gegen die Wand gefahren. Und würde es eigentlich dem Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens widersprechen, wenn der Stadl ersatzlos in der Versenkung verschwände? Ach, Fragen über Fragen... (lv)
(erschienen in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung am 27. Juni 2005)
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