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Kehrblech: Der dolle Herr Merz
Der Friedrich Merz von der CDU
ist ein doller Hecht. Er ist nicht
nur seit 13 Jahren Abgeordneter
des Deutschen Bundestags, sondern
nebenbei auch noch praktizierender
Rechtsanwalt und
Mitglied in so vielen Aufsichtsräten,
dass sie gar nicht alle auf
einen Bierdeckel passen. Zum
Beispiel bei der AXA Versicherung,
bei BASF Antwerpen und
bei der Commerzbank. Seit Donnerstag
wissen wir auch, was er
dafür bekommt: achtmal Stufe
drei plus sein Abgeordnetengehalt.
Das ist die neue Offenheit
im Bundestag, das Verfassungsgericht
hat es so gewollt. Obwohl
der Friedrich Merz dagegen
war. Nun muss man wissen,
was Stufe drei bedeutet: mehr
als 7.000 Euro brutto im Monat.
Herr Merz bekommt also zusätzlich
zu seinen Diäten und seinen
Anwaltshonoraren mindestens
56.000 Euro. Es könnte auch
doppelt so viel sein. Oder das
Vierfache. Das ist der Schwachpunkt
an dem neuen System.
Die Hildesheimer Volksvertreter
haben es da leichter. Bernhard
Brinkmann (SPD) sitzt dem Aufsichtsrat
der Kurbetriebs GmbH
Bad Salzdetfurth vor. Dafür gibt
es nichts, was veröffentlichungspflichtig
wäre. Vielleicht Fahrtkosten.
Brigitte Pothmer (Grüne)
hat an Nebenjobs und -einkünften
noch weniger, nämlich
gar nichts zu bieten. Und Eckart
von Klaeden (CDU), weiß Gott
kein Hinterbänkler, ist Mitglied
im Präsidium des Evangelischen
Kirchentags. Das ist ehrbar, aber
nicht lukrativ. Die Hildesheimer
können sich also glücklich schätzen,
dass ihre Abgeordneten ihre
ganze Kraft dem Gemeinwohl
widmen. Von Klaeden ist übrigens
noch ehrenamtliches Mitglied
in der Deutschen Vereinigung
für Parlamentsfragen. Ich
hätte da mal eine Frage an den
Herrn Merz: Wie häufig sind Sie
eigentlich im Parlament? (lv)
(erschienen im Kehrwieder am Sonntag am 8. Juli 2007)
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